Wir tun es tausende Male am Tag. Ganz nebenbei. Ohne großen Aufwand: Wir atmen. Und versorgen damit unseren Körper mit lebensnotwendigem Sauerstoff. Doch manchmal verbergen sich in der Luft, die uns am Leben erhalten soll, schädliche Stoffe. Ein geeigneter Atemschutz ist daher von höchster Bedeutung. Wir haben zusammengefasst, wie Sie den richtigen Atemschutz auswählen.
Warum ist Atemschutz wichtig?
Unser betriebseigener Arbeitsmediziner Dr. Rene Chahrour weiß, warum Schutzmasken einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, die Gesundheit zu erhalten: „Wenn man über einen längeren Zeitraum Schadstoffen ausgesetzt ist, die über die Atemwege aufgenommen werden, kommt es zur Ausbildung schwerer, irreversibler Lungenerkrankungen wie z.B. Asthma, Lungenüberblähung oder sogar Krebs. Über die Luft aufgenommene Schadstoffe können aber nicht nur die Atemwege, sondern auch unser Nervensystem sowie unser blutbildendes System schädigen.“
1. Gefahr erkennen!
Staub, Rauch und Gas. Diese Schadstoffe sind oft auf den ersten Blick nicht wahrzunehmen. Man kann sie nicht immer sehen oder riechen und dennoch bergen sie für viele Berufsgruppen ernstzunehmende Gesundheitsrisiken. Unterschätzen Sie daher nicht die Gefahr, die von diesen Stoffen ausgeht und beachten Sie die Kennzeichnungen auf den Verpackungen.
In dieser Tabelle finden Sie je nach Tätigkeit und Schadstoff die empfohlene Filterklasse: Bei Betonstaub reicht eine Maske mit Filterklasse FFP 1, bei Holzstaub wird eine Maske mit zumindest Filterklasse FFP 2 empfohlen und bei Schweißerarbeiten ist unbedingt eine Maske mit Filterklasse FFP 3 zu verwenden. Es lohnt sich, diese Tabelle genau durchzusehen!
Die Filterklassen geben an, welche Menge an Partikeln sie filtern können. Bei der Filterklasse FFP1 sind das 80 % der Partikel, bei der Filterklasse FFP2 94 % und bei der Filterklasse FFP3 sind es 99 % der Partikel.
Die Filterklasse FFP3 filtert deshalb mehr Partikel, weil sie aus mehreren Filterlagen besteht, in denen auch mehr Partikel hängen bleiben. Der Nachteil ist, dass sich dadurch der Atemwiderstand erhöht und Ihnen das ein- und ausatmen schwerer fällt. Greifen Sie in diesem Fall zu den Comfortmasken Pro, die zudem für ein besseres Klima in der Maske sorgen.
2. Richtige Filterklasse auswählen
Nun wissen wir, für welche Tätigkeit wir welche Filterklasse benötigen. Doch wie erkennen Sie die richtige Filterklasse? Ein Farbleitsystem erleichtert die Auswahl des richtigen Atemschutzes im betrieblichen Alltag und gewährleistet, dass auch die erforderliche Filterklasse zum Einsatz kommt. Die Farbe der Kopfbebänderung (weiß, grau und rot) zeigt die Klasse der Atemschutzmaske an.
So funktioniert ein Partikelfilter
Durch die Feuchtigkeit in der Luft laden sich die Fasern in der Schutzmaske statisch auf. Etwa so wie Ihre Haare, wenn Sie Ihre Haube vom Kopf ziehen. Dadurch bleiben die schädlichen Partikel in den Filterlagen der Maske hängen und gelangen nicht in die Atemwege. Achtung: Partikelfilter schützen nicht vor Dämpfen und Gasen!
3. Korb- oder Faltmaske?
Während sich eine Faltmaske zusammenfalten und in die Brusttasche einstecken lässt, müssen Sie eine Korbmaske um den Hals tragen oder immer wieder abnehmen. Die Korbmaske bietet jedoch den großen Vorteil, dass die Dichtlippen der Maske meist besser abschließen. Zudem ist der Luftraum der Korbmaske größer als bei einer Faltmaske. Je kleiner der Luftraum, desto schwerer fällt das Atmen.
Dennoch gilt: Form und Größe der Maske, egal ob Korb- oder Faltmaske, müssen zum Gesicht des Trägers passen. Das heißt, Sie ermitteln Ihre persönliche Schutzmaske am besten durch Ausprobieren!
4. So tragen Sie eine Maske richtig
Schritt 1: In die Hand legen
Dehnen Sie vorsichtig das Kopfband mit beiden Händen etwas vor (nicht notwendig bei Textilkopfband). Legen Sie die vorgeformte bzw. aufgefaltete Maske so in die Hand, dass die Kopfbänder nach unten hängen.
Schritt 2: Aufsetzen
Setzen Sie die Maske unter dem Kinn an, der Nasenclip nach oben. Positionieren Sie das untere Band um den Nacken und halten das obere Band mit der anderen Hand fest.
Schritt 3: Kopfband
Bitte platzieren Sie das obere Band oberhalb der Ohren und passen Sie den Nasenclip an. Kopfband schließen und/oder anpassen, falls möglich.
Schritt 4: Dichtsitzprüfung
Überprüfen Sie den Dichtsitz der Maske: Legen Sie beide Hände um die Maske und atmen Sie kräftig aus. Bei Luftaustritt an den Rändern, Nasenclip und/oder Kopfband erneut anpassen.
TIPP: Eine genaue Anleitung, wie Ihnen das gelingt, finden Sie in den folgenden zwei Darstellungen. Die Anleitungen können gerne heruntergeladen und bei Bedarf ausgedruckt und aufgehängt werden!
Augen- und Atemschutz vertragen sich!
Bei vielen Tätigkeiten ist sowohl ein Atem- als auch ein Augenschutz gefordert. Achten Sie darauf, dass Schutzbrillen und Atemschutzmasken kompatibel sind. Nur so ist gewährleistet, dass Brille und Maske gut sitzen und ihren Zweck erfüllen.
Durch das 360-Grad-Ausatemventil bleibt die Schutzbrille beschlagfrei. Der Atem wird nach unten – und nicht nach oben geleitet.
Sigi Kalteis, Würth PSA Spezialist
Sehen Sie in diesem Video, worauf Sie bei der Auswahl einer Atemschutzmaske achten müssen:
Welche Aspekte Sie beim Kauf einer Schutzbrille beachten sollten, erfahren Sie in diesem Beitrag.
ich habe gerade am eigenen Leib erfahren, wie wichtig Atemschutz ist. Betonstaub ist ÄTZEND und eine Atemwegsverätzung sehr schmerzhaft und langwierig. Staubmaske zu jeder Arbeit, die Staub erzeugt und wenn es nur 3 Minuten dauert! Verätzen geht in Sekunden!!!!!!!
Gute Besserung, Harald!