Schweissen mit Würth, Arbeitsschutz

Schweissen statt Austauschen: So lassen sich anspruchsvolle Bauteile reparieren

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Ein beschädigtes, verschlissenes oder schwer schweißbares Bauteil muss nicht zwangsläufig entsorgt werden. Mit dem exakt passenden Zusatzwerkstoff lassen sich selbst anspruchsvollste Reparatur- und Verschleißaufgaben zuverlässig lösen. Wir zeigen drei typische Anwendungsfälle aus der Praxis – und erklären, worauf es ankommt.

Ein Riss im Gussteil, eine abgenutzte Kante oder ein Bauteil, das durch jahrelangen Einsatz stark verschlissen ist – in der Instandhaltung gibt es viele Fälle, in denen nicht gleich ein neues Bauteil her muss. Mit dem richtigen Zusatzwerkstoff lassen sich auch anspruchsvolle Schäden gezielt reparieren und Bauteile wieder einsatzbereit machen. Doch gerade bei komplexen Werkstoffen reicht es nicht, einfach „irgendeine“ Elektrode einzuspannen. Der Zusatzwerkstoff muss zum Grundwerkstoff, zur Anwendung und zur späteren Belastung des Bauteils passen. Auch Wärmeeinbringung, Vorwärmtemperatur und Schweißtechnik sind entscheidend dafür, dass die Reparatur zuverlässig gelingt.

Drei typische Fälle aus dem Werkstatt- und Montagealltag zeigen, worauf es ankommt:

1. Gusseisen zuverlässig und rissarm reparieren

Gusseisen gehört zu den anspruchsvollsten Werkstoffen. Das Material ist spröde und reagiert extrem empfindlich auf thermische Spannungen. Bringt man beim Schweißen zu viel Wärme ein oder kühlt das Bauteil abrupt ab, drohen sofort neue Risse. Für Reparaturen an Gusseisen kommen deshalb spezielle Nickel- bzw. Nickel-Eisen-Elektroden zum Einsatz, die auf die besonderen Eigenschaften des Werkstoffs abgestimmt sind – wie etwa die Stabelektrode UTP GNX-HD Graphitbasisch umhüllt.

Schweissen mit Würth, Arbeitsschutz

Worauf kommt es beim Gusseisenschweißen an?

  • Saubere Vorbereitung: Vor dem Schweißen muss die Gusshaut im Reparaturbereich gründlich entfernt werden.
  • Wärmeeintrag minimieren: Arbeiten Sie stets mit kurzem Lichtbogen und möglichst niedrigen Stromwerten, um eine punktuelle Überhitzung zu vermeiden.
  • Spannungen abbauen: Bei besonders risskritischen Gussteilen empfiehlt es sich, kurze Schweißraupen von etwa 30 mm zu setzen und diese sofort nach dem Schweißen gründlich abzuhämmern. So lässt sich die Bildung von Eigenspannungen beim Abkühlen reduzieren.

Praxistipp: Nicht möglichst schnell viel Material auftragen! Bei Gusseisen ist eine streng kontrollierte Wärmeeinbringung der Schlüssel zu einer dauerhaft haltbaren Reparatur.

Florian Lohr, Produktexperte Metall Würth Österreich

2. Schwer schweißbare Stähle und Schwarz-Weiß-Verbindungen

Nicht jeder Stahl lässt sich unkompliziert schweißen. Werkzeugstähle, Manganhartstähle, Federstähle oder Stähle unklarer Herkunft können aufgrund ihrer chemischen Zusammensetzung besondere Herausforderungen beim Schweißen mit sich bringen. Eine besondere Herausforderung sind sogenannte Schwarz-Weiß-Verbindungen. Dabei treffen unterschiedliche Werkstoffe aufeinander – etwa unlegierter Baustahl und hochlegierter Edelstahl.

Hier entscheidet die Wahl des Zusatzwerkstoffs maßgeblich darüber, wie belastbar die Schweißstelle am Ende ist. Der Zusatzwerkstoff muss die unterschiedlichen Eigenschaften der beiden Grundwerkstoffe berücksichtigen und eine zuverlässige, risssichere Schweißung ermöglichen. Für solche anspruchsvollen Problemstellungen eignet sich beispielsweise die Stabelektrode Böhler UTP 65 D Rutil umhüllt. Sie wurde speziell für Verbindungs- und Auftragsschweißungen an schwer schweißbaren Stählen sowie für Schwarz-Weiß-Verbindungen entwickelt.

Wichtig: Ist die genaue Werkstoffsorte eines Bauteils unbekannt, sollte niemals auf Verdacht geschweißt werden. Eine fundierte fachliche Beurteilung und die gezielte Auswahl des Zusatzwerkstoffs verhindern teure Folgeschäden.

Reparieren statt Austauschen: Auch anspruchsvolle Bauteile lassen sich schweißen

3. Verschleißschutz durch gezielte Hartauftragung (Hardfacing)

Bei vielen Reparaturen geht es nicht darum, einen Riss zu schließen, sondern verschlissene Geometrien wieder aufzubauen und dauerhaft gegen erneuten Abrieb zu härten.

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Ob im Erdbau, in der Aufbereitung oder in der Brechertechnik: Bauteile sind täglich einer extremen Kombination aus Abrasionsverschleiß, Druck und Schlagbeanspruchung ausgesetzt. Baggerzähne, Schneidkanten, Mischerflügel sowie Brecherbacken nutzen sich dadurch rasch ab.

Eine gezielte Hartauftragung kann die Standzeit solcher Komponenten deutlich verlängern. Dabei wird eine verschleißbeständige Legierung gezielt auf die besonders beanspruchten Bereiche aufgetragen.

Spezielle Hartauftragselektroden wie die UTP DUR 600 Basisch umhüllt eignen sich für Bauteile, die gleichzeitig Abrieb, Druck und  Schlagbeanspruchung ausgesetzt sind.

Aufbau und Wärmeführung beachten

  • Vorwärmen: Massive Bauteile sollten je nach Grundwerkstoff auf ca. 200 bis 300 °C vorgewärmt werden.
  • Ausnahme Manganhartstahl: Dieser Werkstoff muss so kalt wie möglich geschweißt werden – die Bauteiltemperatur sollte 250 °C zu keinem Zeitpunkt überschreiten.
  • Flexibel im Verfahren: Die Verschleißschutz-Legierung ist nicht nur als Elektrode erhältlich. Mit Schutzgasschweißdraht Böhler WEARmig Dur 600 Massiv steht die Verschleißschutzlegierung auch als Massivdraht für das MAG-Auftragsschweißen zur Verfügung. Das eignet sich insbesondere dann, wenn größere Flächen im MIG/MAG-Verfahren bearbeitet werden sollen.

Der richtige Zusatzwerkstoff entscheidet über den Erfolg

Ob Gusseisen, schwer schweißbarer Problemstahl oder stark verschlissene Anlagenkomponente: Die Wahl des passenden Schweißzusatzes ist das A und O jeder professionellen Instandhaltung.

Betrachten Sie dabei nie den Grundwerkstoff nur isoliert. Auch die spätere mechanische Belastung, die geforderte Härte, die Bauteilgeometrie und das vorhandene Schweißverfahren sollten in Ihre Entscheidung einfließen.

Für ein rundum sauberes Schweißergebnis finden Sie im Würth Sortiment neben Spezial-Stabelektroden und Massivdrähten auch die passenden Schweißschutzsprays, Schlauchpakete, Düsen und Verschleißteile.

Fazit: Reparieren, was sich reparieren lässt!

Ein beschädigtes Bauteil ist nicht automatisch zu ersetzen! Mit dem richtigen Zusatzwerkstoff und der passenden Schweißtechnik lassen sich selbst anspruchsvolle Reparaturaufgaben wirtschaftlich und dauerhaft lösen.

Der gemeinsame Nenner: Für viele Reparatur- und Verschleißaufgaben gibt es abgestimmte Zusatzwerkstoffe – entscheidend ist die richtige Auswahl.

Sie sind unschlüssig, welche Elektrode oder welcher Draht zu Ihrem Bauteil passt? Für eine persönliche Beratung steht das Würth Verkaufsberatungsteam im Außendienst oder im nächstgelegenen Würth Shop zur Verfügung. Zusätzlich ist unser Kundensupport per E-Mail, Telefon oder WhatsApp erreichbar.

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Broschüre Schweißen in Kooperation mit böhler by voestalpine
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mit böhler by voestalpine

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